DTM-Kolumne von Timo Scheider: „DTM mit Räikkönen und Hülkenberg – das wäre geil“

Die DTM trägt das neunte und letzte Rennwochenende in Hockenheim aus (die Rennen Samstag und Sonntag ab 13 Uhr live in SAT.1). ranDTM-Experte Timo Scheider schreibt in seiner Kolumne über die Gäste aus Japan, prominente Namen für die DTM und die Zukunft der Serie.

Liebe Motorsport-Freunde, liebe DTM-Fans,

es war gefühlt erst gestern, als ich meine erste DTM-Kolumne vor dem Start in die neue Saison geschrieben habe. Die Zeit rast: Jetzt sind wir schon beim Finale. Und was für einem. Die Meisterschaft ist zwar schon entschieden, René Rast ist verdient Champion, und trotzdem ist Hockenheim am kommenden Wochenende (die Rennen Samstag und Sonntag ab 13 Uhr live in SAT.1) noch einmal ein Highlight.

Denn: Sechs Marken werden dabei sein, aus der japanischen Super GT kommen Honda, Nissan und Lexus mit je einem Auto als Gaststarter. Es ist nach vielen Jahren, in denen man immer über Internationalisierung gesprochen hat, schön, endlich mal etwas Handfestes zu bekommen und es live zu sehen. Das ist ohne Frage eine positive Entwicklung.

Kimi wäre geil
Und dann ist auch noch Jenson Button am Start. Immerhin ein Formel-1-Weltmeister. Die Medien schreien seit Jahren ja immer nach Typen, nach den Fahrern mit Ecken und Kanten, die ihre eigene Meinung haben. Namen und Typen wie Button können für die DTM nur gut sein. Denn Leute mit mehr Erfahrung, Erfolg und größerem Namen sagen auch mehr. Und sorgen so automatisch für mehr Unterhaltung.

Ich würde zum Beispiel Kimi Räikkönen geil finden. Oder auch Nico Hülkenberg, der in der Formel 1 aussortiert wird. Ihm traue ich das ohne Frage zu. Zuletzt wurde auch Robert Kubica gehandelt. Vom Namen her hätte das für die DTM wenig bis gar keinen Einfluss, sportlich hat er sich in der Formel 1 auch schwer getan. Er ist keiner, der die Meisterschaft qualitativ verbessern würde.

Aber es geht ja auch innerhalb der DTM: Rast hat durch seine souveräne Renn-Performance sein Selbstbewusstsein, sein Ansehen und das Interesse von außen gesteigert. Auch dadurch wird man zu einem Typen. Er hat seine Art gefunden, sich zu verkaufen. Sportlich hat er die Benchmark gesetzt und die DTM als Fahrer und Person geprägt. Es ist extrem, wie gut es bei ihm läuft. Wenn er das nur ansatzweise fortsetzen kann, wird er sich noch die eine oder andere Bestmarke holen.

Apropos Zukunft: Inwiefern am kommenden Wochenende der Besuch der Super GT und der Gegenbesuch im November in Fuji einen Einfluss auf die Zukunft der DTM hat – da bin ich noch etwas zurückhaltend. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass Gastauftritte funktionieren können.

Ob die Internationalisierung und damit verbunden die höhere Anzahl an Events im Ausland das Richtige ist und ob alle Standorte attraktiv genug sind – davon lasse ich mich überraschen.

Aus Herstellersicht mag das nachvollziehbar sein, ob es dem Fan gefällt, bin ich skeptisch. Es ist ein anderer Weg als früher, vielleicht auch eine neue Möglichkeit.

Ich finde: Der Kern der DTM ist und bleibt deutsch. Das sollte sich auch im Namen wiederspiegeln, der internationaler werden soll. Ich glaube nicht, dass eine Änderung einen Einfluss auf Märkte oder Hersteller hat. Die Geschichte der DTM ist so stark und so groß, dass diese drei Buchstaben dazugehören.

In einer Findungsphase
Die DTM befindet sich aktuell in einer Findungsphase. Wir haben gute Rennen gesehen, ein gutes Produkt, das an einigen Stellen noch verbessert werden kann. Es ist ein laufender Prozess, der nicht einfach ist und Gefahren birgt. Denn die Hersteller haben momentan ganz andere Sorgen. Das macht es schwierig, neue Hersteller in die Serie zu locken, denn ganz oben auf der Agenda steht die Elektrifizierung. Davor wird sich auch die DTM nicht verstecken können, denn man muss mit der Zeit mitgehen.

In diesem Sinne: Viel Spaß in Hockenheim oder bei ran racing in SAT.1.

Euer Timo Scheider