Keine Punkte für das Team Scheider beim Finale

Nach positiv verlaufenen Testfahrten im Vorfeld war das Team Scheider Motorsport zuversichtlich zum Finale der ADAC Formel 4 nach Hockenheim gereist. Doch die Glücksgöttin Fortuna war der Truppe vom Bodensee auch am letzten Rennwochenende der Saison nicht hold. Bereits das Zeittraining lief nicht nach Plan. Während sich Janneau Esmeijer (19, Rhenen) immerhin für die 16. Startposition qualifizierte, musste Teamkollege Julian Hanses (18, Hilden) ins Qualifikationsrennen und kam über Startplatz 34 nicht hinaus. Wahrlich keine optimale Ausgangsbasis für die Mannschaft rund um den zweimaligen DTM-Champion Timo Scheider.

In den Rennen setzte sich die Pechsträhne fort. Im ersten Wertungslauf am Samstagmorgen hatte sich Esmeijer bereits um vier Positionen vorgearbeitet, als sein Tatuus-Abarth-Rennwagen von einem Konkurrenten umgedreht wurde. Mehr als der 20. Rang war so nicht mehr drin. Teamkollege Hanses lief auf Platz 29 ein.

Das zweite Rennen am Nachmittag war geprägt von Wetterkapriolen. Nach nur einer Runde bewog starker Regen die Rennleitung aus Sicherheitsgründen zum Abbruch. Zu diesem Zeitpunkt lag vor allem Esmeijer als Fünfter äußerst aussichtsreich im Rennen. Doch die Hiobsbotschaft an die Adresse des Niederländers ließ nicht lange auf sich warten – Durchfahrtsstrafe wegen eines Frühstarts. Der Scheider-Pilot fiel bis auf den 19. Platz zurück, hatte in der Folge aber keine Chance, sich wieder nach vorne zu kämpfen, weil verschiedene Zwischenfälle erneut das Safety Car auf den Plan riefen. Nach insgesamt nur drei Runden im Renntempo wurde das Formel-4-Feld schließlich hinter dem Führungsfahrzeug abgewunken. Die Positionen 19 (Esmeijer) und 26 (Hanses) entsprachen natürlich nicht den eigenen Ansprüchen. Der dritte Lauf am Sonntagnachmittag hätte die ersten Punkte für das Scheider-Team am Finalwochenende bringen können. Janneau Esmeijer hatte sich in den ersten zehn Runden bereits vom 20. auf den zwölften Platz nach vorne gekämpft. Doch dann machte erneut eine Safety-Car-Phase die Hoffnungen auf eine weitere Positionsverbesserung und den durchaus möglichen Vorstoß in die Punkteränge zunichte. Die Schlussränge 12 und 21 für Esmeijer und Hanses bedeuteten dennoch das beste Ergebnis des Rennwochenendes.

Teamchef Timo Scheider, der das Geschehen als Teilnehmer des Rallyecross-WMLaufs in Riga/Lettland nur aus der Ferne verfolgen konnte (als Gesamtsiebter aber ein sehr starkes Ergebnis einfuhr), gab sich selbstkritisch: „Natürlich könnten wir hier einfach von Pech und unglücklichen Umständen sprechen, und das auch mit einiger Berechtigung. Fakt ist aber auch, dass wir es wieder nicht geschafft haben, unser Potenzial umzusetzen. Das fängt im Qualifying an: Wenn du da deine Leistung nicht auf den Punkt bringst, hast du in einem so starken Feld mit 37 Autos ein Problem. Vor allem im dritten Rennen hat Janneau wieder gezeigt, dass wir grundsätzlich die Performance haben, um vorne reinzufahren. Aber dafür muss einfach alles passen. Wir dürfen nicht nachlassen, sämtliche Abläufe immer weiter zu optimieren und uns als immer noch sehr junges Team immer aufs Neue zu hinterfragen. Dann, da bin ich mir sicher, werden wir bald im Kampf um die vorderen Plätze mitmischen.“